Enten in Schweden

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Vor ein paar Wochen hat die eiserne Bloggerin Neverevertown in ihrem Blog von einer neuen, hippen und verdammt spookigen Freizeitbeschäftigung berichtet: Enten füttern im Park.

Da wischt man sich dann schon mal zweimal im Auge herum, um diese geschriebenen Worte auch als Ernst zu verstehen. Noch komplexer wird es, dieser Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Sich ohne Kind mit einer mit Brotresten gefüllten Tüte an einen Teich zu setzen und das bunte Federvieh erst anzulocken und dann selektiv mit den Essensresten zu bewerfen kann in unserer Gesellschaft unter Umständen doppelt gedeutet werden. Zum Nachteil des Entenfütterers.

Dass man als ausgewachsene Spezies Mensch aber durchaus seinen Spaß dabei haben kann, Brot zu verteilen, habe ich endlich mal wieder eigenhändig ausprobiert. Man vs. Nature – so hieß das Duell in der schwedischen Einsamkeit. Dort, wo sich selbst Elche freiwillig zu Wurst verarbeiten lassen, weil sie im kargen Winter nichts zu Essbares auftreiben können. Ein Rudel Flugtiere planschte im Mündungsbereich eines Sees, der unter einer permafrostartigen  Eisdecke beängstigende Geräusche von sich gab. Ohne Angst vor sozialen Repressalien teilte ich mein Brot – nicht unter den Armen – sondern mit dem Messer in kleine, gerecht abgemessene Quader und trat mit meiner Reisebegleitung als Zeugin und zum Schutz der hungrigen Meute gegenüber. Sie haben mich bereits erwartet.

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Um´s abzukürzen: ich hab´s überlebt, die Brotreste sind Vergangenheit, die Enten werden den Winter überleben und ich ich habe gelernt, dass eine Ente auch vor einer leeren ausgestreckten Hand keine Furcht hat.




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