Radwege from Hell: Teil 2

Weil ich ja gerade dabei bin, die Radwegplanungspolitik von Hamburg zu erfahren, heute ein weiteres Glanzstück moderner Planungsinkompetenz. Im vergangenen Jahr wurde der Bereich Gasstraße/Daimlerstraße komplett überarbeitet. Ampel weg, Kreisel hin. So sah es vorher aus (Google Maps-Link):

Bildschirmfoto 2016-06-08 um 09.43.14

Nach der Umbaumaßnahme ist der rechtsseitige Radweg verschwunden, dafür wird der Radverkehr zu einer recht artistischen Ausweich- und Richtungswechselübung gezwungen. Zum Erhöhen des Schwierigkeitsgrades wurde ein Stahlpfosten platziert, der inzwischen bereits einmal umgemäht wurde. Das Prachtstück sieht nun so aus:

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Das Dezernat 52 der Polizei Hamburg antwortete mir auf meine Anfrage über die Sinnhaftigkeit: die Daimlerstraße ist eine 30er-Zone und Autofahrer müssen ja langsam fahren. Entsprechend gäbe es kein neues Konfliktpotential. Zwischenzeitlich erhielt ich die Nachricht, dass geplant ist, den Radweg in seiner ursprünglichen Form wieder auf den Fußweg zu legen, um diesen neu geschaffenen Gefahrenbereich zu entschärfen.

Kannste dir nicht vorstellen sowas.




coded by nessus

7 Comments

  1. Yasmin Tamancoldi Lechte
    Yasmin Tamancoldi Lechte · 8. Juni 2016 Reply

    Ich vermisse Holland. Und Kopenhagen. Hier in Kolding (ja, kleine Stadt, hätten sie das hinkriegen sollen) sind Radwege auch bescheuert „geplant“.

  2. Florian Grell
    Florian Grell · 8. Juni 2016 Reply

    Dazu kommt, dass der Bordstein ziemlich hoch für einen Übergang von der Fahrbahn zum Radweg ist.
    Und, nicht zu vergessen, das ganze ist direkt an zwei Schulen gelegen.

  3. Anja Nar
    Anja Nar · 8. Juni 2016 Reply

    Genau so einen Fahrradweg-Übergang auf die Fahrbahn gibt es am Anfang der Reeperbahn auch…talk about Sicherheit.

  4. Hendric Rüsch
    Hendric Rüsch · 8. Juni 2016 Reply

    Hab 200m entfernt gewohnt. Dank der Dauerbaustelle hat mein rechtes Knie hefitgen Schaden genommen (Gehwegplatte ragte im dunkeln weit aus dem Boden heraus…) und ich bin eh nicht gut auf auf die Ecke zu sprechen.
    Nach Eröffnung des Kreisels war gefühlt fast täglich morgens die Polizei dort um „Verkehrserziehung“ zu machen. Auch sind dort mind. 2 Schulen und eine Kita plus der vom Hohenzollernring rasant kommende Verkehr. Hatte 2 Beinahe-Unfälle mit Fahrradfahrern die deutlich zu schnell durch die Unterführung rasten.

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